Die Rückenschule
Rückenschmerzen müssen nicht sein. Sie
beeinträchtigen die Lebensqualität ganz erheblich, und auch volkswirtschaftlich
gesehen richten sie großen Schaden an.
Physiotherapeuten haben eine
Vielzahl von Übungen entwickelt, mit deren Hilfe die Muskulatur gestärkt und der
Rücken wirkungsvoll unterstützt werden kann. Da es genügend Übungen gibt, kann
sich jeder ein Programm mit seinen persönlichen Lieblingsübungen
zusammenstellen.
Sportliche Aktivität fördert nicht nur die Funktion von
Bändern und Muskeln, sie trägt auch dazu bei, das der Knochenstoffwechsel besser
funktioniert. Knochenauf- und –abbau werden im Gleichgewicht
gehalten.
Die Bandscheibe lebt von der Bewegung. Bei Entlastung nimmt sie
Flüssigkeit und Nährstoffe auf. Bei Belastung wird Flüssigkeit aus ihr
herausgepresst und Schlackenstoffe werden abtransportiert.
Richtig
stehen, sitzen, liegen, bücken oder tragen – das müssen die meisten Menschen,
die Ärger mit der Wirbelsäule haben, erst wieder lernen. Denn nur wenn wir uns
rückengerecht, d.h. physiologisch bewegen, ist eine gleichmäßige Belastung auf
die Bandscheiben gegeben. Folgende Regeln sollten für den Alltag beachtet
werden:
1. Die richtige Hebetechnik
- Treten Sie so dicht wie möglich an den zu hebenden Gegenstand heran.
- Gehen Sie in leichter Grätschstellung und mit gestreckter Wirbelsäule
herunter, wobei Sie in den Hüftgelenken stark abknicken dürfen.
- Ergreifen Sie den Gegenstand, ziehen Sie ihn an den Körper heran und gehen
Sie dann mit gestreckter Wirbelsäule zurück in den Stand.
2. Heben
aus dem Einbeinkniestand
- Gehen Sie in Schrittstellung
- Neigen Sie den geraden Oberkörper durch Kippen des Beckens im Hüftgelenk
nach vorn. Beugen Sie das vordere Knie. Das vordere Bein dient dabei als
Rückenstütze.
- Nach dem Anheben des Gegenstandes mit gestrecktem Rücken kann dieser auf dem
vorderen Knie abgestellt werden..
- Erst dann wird die Last gleichmäßig durch Strecken des Hüftgelenks
angehoben. Wichtig ist, dass Sie die Last immer ganz nah am Körper halten, wenn
Sie sich aufrichten.
3. Lasten richtig tragen
- Teilen Sie die Traglasten wenn möglich auf. Lieber öfter gehen und kleinere
Lasten tragen!
- Verteilen Sie mehrere Traglasten gleichmäßig
- Tragen Sie schwere Gewichte immer dicht am Körper. Je größer der Abstand
zwischen Traglast und Körper ist, umso höher ist die Belastung für die
Wirbelsäule, insbesondere für die Bandscheiben.
Beachte:
- Niemals Lasten mit "Ruck" anheben
- Bei bestehenden Beschwerden niemals schwere Lasten von ganz unten heben.
- Tief stehende Gegenstände immer zuerst aus dem Einbeinknieestand heraus
höher anheben.
- Bücken mit starker Beugung der Hüften und horizontaler Stellung der
Wirbelsäule ist besser als das Bücken mit senkrecht stehender Wirbelsäule.
Rückenschmerzen sind in der Regel die Summe vieler kleiner Sünden
des täglichen Lebens. Starres Sitzen am Computer, langes Stehen,
Marathonautofahren, Gartenarbeit in gekrümmter Haltung, überhaupt jede
einseitige Arbeitsbelastung – das alles trägt unweigerlich zum Verschleiß von
Wirbelgelenken und Bandscheiben bei.
In Übungsanleitungen tauchen immer
wieder Begriffe wie Stabilisation, Mobilisation, Dehnung, Kräftigung oder
Körperwahrnehmung auf, deren Bedeutung vielfach nicht verstanden wird. Sie
bilden jedoch die Eckpfeiler eines guten Trainingsprogramms und bezeichnen die
verschiedenen Varianten, die ein optimales Muskeltraining ausmachen.
- Übungen zur Mobilisation fördern die Beweglichkeit. Das erleichtert Ihnen
viele Alltagsbewegungen, beugt Verletzungen des Muskel- und Bandapparates vor
und verbessert Ihre sportlichen Möglichkeiten.
- Die Dehnung der Muskulatur vergrößert den Bewegungsspielraum der Gelenke und
reduziert die Verletzungsanfälligkeit.
- Die Kräftigung der Muskulatur erhöht die Leistungsfähigkeit und trägt ganz
wesentlich zur Entlastung des Stütz- und Bewegungsapparats bei.
- Stabilisation ist im Prinzip ebenfalls eine Kräftigung der Muskulatur in
körpergerechter Haltung.
Grundregeln für das
Rückenschulprogramm
- Beginnen Sie immer sanft, und steigern Sie die Trainingsdauer und
–intensität nur langsam.
- Atmen Sie ruhig und gleichmäßig. Atmen Sie bei Anspannung aus und während
der Entspannung ein.
- Brechen Sie Übungen, die Ihnen Schmerzen bereiten, sofort ab.
- Alle ausgesuchten Übungen sollten zwischen fünf- und zehnmal wiederholt
werden.
Gute Übungsprogramme beginnen mit einer zehnminütigen
Aufwärmphase, dann folgt eine ebenso lange Dehnphase. Am besten ist es, nicht zu
viel verschiedene Übungen zu machen, sondern sich ein paar herauszusuchen, die
sie gut beherrschen.
So groß ist der Druck auf die Bandscheibe
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Ausgangsstellung
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Belastung der Lendenwirbelsäule
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Rückenlage
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etwa 25 Kg
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Seitlage
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etwa 75 Kg
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Gehen
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etwa 85 Kg
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Stehen
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etwa 100 Kg
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Sitzen
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etwa 140 Kg
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Sitzen und nach vorne beugen
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etwa 175 Kg
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Aufrichten aus der Rückenlage
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etwa 180 Kg
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Anheben von 50 Kg aus der Hocke
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etwa 200 Kg
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Anheben von 50 Kg mit nach vorn geneigtem Oberkörper
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etwa 700 Kg
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